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Ohne Rücksicht auf Verluste will die Geschäftsleitung des Wiesbadener Automobilzulieferers Federal-Mogul die Finanzkrise nutzen und 436 Beschäftigte auf die Straße setzen. Doch die Metallerinnen und Metaller sind nicht länger bereit, den Buckel hinzuhalten und wollen sich mit einem Sozialtarifvertrag absichern.

Die zentralen Inhalte des von den Beschäftigten und der IG Metall geforderten Sozialtarifvertrages sind:
  • ein Grundbetrag in Höhe von zwei Bruttomonatsgehältern je Beschäftigungsjahr, maximal 350.000 Euro,
  • außerdem 5.000 Euro Kinderzuschlag je Kind.
»Monatelang haben wir versucht, die Geschäftsleitung von ihren Kahlschlag-Plänen abzubringen und sie für einen sozialverträglichen Kurs zu gewinnen«, beschreibt Betriebsratsvorsitzender Alfred Matejka die wiederholten Versuche des Betriebsrats, Kompromisse zu erzielen. Beispielsweise hätte die Geschäftsführung die Möglichkeit, auf die von der Bundesregierung erleichterte Kurzarbeit zurückzugreifen. Auf diese Weise ließen sich die aktuellen Engpässe bei der Nachfrage weitgehend kompensieren, Kündigungen könnten vermieden werden. Die Beschäftigten hätten dabei sogar die Chance, sich weiterzuqualifizieren. Das käme auch dem Betrieb zugute.

Doch die Geschäftsleitung hat sich bisher so gut wie nicht bewegt und wenig Interesse an Alternativen zu den geplanten Entlassungen gezeigt. »Diese mangelnde Verhandlungsbereitschaft trotz vorhandener Alternativen ist ein Skandal«, klagt der Erste Bevollmächtigte der Wiesbadener IG Metall, Michael Erhardt, an.

Nachdem ein Warnstreik im April ohne Wirkung blieb, machen Betriebsrat und IG Metall jetzt ernst. Michael Erhardt: »Die IG Metall ist im Betrieb stark genug für einen Streik.« Mit dem Arbeitskampf wollen die Metallerinnen und Metaller einen Sozialtarifvertrag erkämpfen. Er ist die Antwort auf die jahrelange Strategie von Federal- Mogul, den Standort systematisch auszubluten, und soll gekündigte Beschäftigte über einen finanziellen Ausgleich absichern. »Unsere Leute haben jahrelang hohe Gewinne für Federal-Mogul erarbeitet«, sagt Betriebsratsvorsitzender Matejka, »sie dürfen nicht ohne Absicherung abgeschoben werden.«
Den Federal-Mogul-Chefs scheint das egal zu sein. Sie sähen die Beschäftigten sie wohl lieber auf Hartz IV.

Wir fordern:
  1. Der Grundbetrag der Abfindung beträgt zwei Bruttomonatsgehälter je angefangenes Jahr der Betriebszugehörigkeit zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

  2. Der Grundbetrag der Abfindung beträgt höchstens 350.000 Euro.

  3. Der Aufstockungsbetrag der Abfindung beträgt 5.000 Euro je Kind. Maßgeblich ist die Anzahl der Kinder auf der Steuerkarte zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

  4. Alle Beschäftigten, denen betriebsbedingt gekündigt werden soll, erhalten ein Angebot zur Begründung eines befristeten Arbeitsverhältnisses bei einer Transfergesellschaft im Sinne des § 216 SGB III. Das Transferkurzarbeitergeld wird aufgestockt auf 80% des letzten Nettoverdienstes.

  5. Zum Zwecke der beruflichen Qualifizierung und Verbesserung der Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt stellt das Unternehmen ein Qualifizierungsbudget zur Verfügung. Das Qualifizierungsbudget beträgt 5.000 Euro je Beschäftigten in der Transfergesellschaft.